Hessischer Verkehrsspiegel

Fordern Sie uns – Heute, morgen, übermorgen. www.svg-hessen.de Liebe Leserinnen und Leser! V or rund einem Jahr wurde unser bisher gekanntes Leben durch das Corona-Virus von heute auf morgen auf den Kopf gestellt. So sind die aus der Pandemie resultierenden wirtschaftlichen Folgen eines der überragenden Themen in dieser Zeit. Auch in unserem Gewerbe hinterlässt dieses Jahrhundertereignis auf unter- schiedliche Art und Weise deutliche Spuren – positiv wie negativ. Auf der einen Seite führen fehlende Aufträge zu Umsatzeinbrüchen und im internationalen Verkehr gibt es Probleme mit dem Fahrpersonal, das aufgrund immer neuer Vorschriften teilweise kaum noch nach Hause kommt beziehungsweise kam. Reisebusunternehmen wurden bis auf Null ausgebremst. Auf der anderen Seite gibt es jedoch auch positive Nachrichten zu vermelden. Transportunternehmen, die im Lebensmittelbereich tätig sind sowie Paket- und KEP-Dienste erleben einen Boom. Diese Beispiele zeigen, wie breit gefächert unsere Branche ist und wie unterschiedlich die Pandemie sich in den einzelnen Bereichen auswirkt. Einem Unter­ nehmen nimmt die Pandemie jeglichen wirtschaftlichen Boden, dem anderen verschafft sie Hochkonjunktur. Noch lassen sich die wirtschaftlichen Folgen nicht abschätzen, denn es gibt kaum Konkurse, die die aktuelle wirtschaftliche Lage untermauern würden. Hinzu kommt, dass in unserem Gewerbe ohnehin keine hohen stillen Reserven gebildet werden können, die jetzt aufgedeckt werden könnten oder müssten. Dennoch wollen und müssen wir positiv in die Zukunft blicken. Immerhin hat auch die Politik erkannt und mehrfach erwähnt, wie systemrelevant der Güter- und Personenverkehr ist. Es scheint mehr und mehr in der Gesellschaft anzukommen, welch ein Fiasko es wäre, wenn der Güter­ verkehr streiken und einfach stehenbleiben würde. Innerhalb von drei Tagen wären alle Einkaufsmärkte und Tankstellen ausverkauft. Die Republik würde stillstehen. Umso bedauernswerter ist es, dass in dieser herausfordernden Zeit das Fahrpersonal oftmals nicht partnerschaftlich behandelt wird. Diese Erfahrung haben leider nicht nur meine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gemacht. Die Toiletten waren für Betriebsfremde gesperrt, es wurde verlangt, Papiere zu kopieren und Lieferscheine zu sortieren. Um es auf den Punkt zu bringen: Fahrerinnen und Fahrer wurden als kostenlose Aushilfskräfte benutzt. An dieser Stelle appelliere ich an alle Kolleginnen und Kollegen, das Fahr- personal so in Empfang zu nehmen, wie wir es uns selbst wünschen würden! Nur gemeinsam sind wir stark und können einen guten Job erbringen. Die vergangenen Monate waren für die Fahrerinnen und Fahrer schon hart genug: Ob lange Wartezeiten durch Einzelabfertigungen, ob durch geschlossene Betriebskantinen und Gaststätten, die die kulinarische Versorgung unterwegs schwierig gestalteten oder durch die Schließung vieler sanitärer Anlagen. Teilweise herrschten unzumutbare Zustände. In unserer Gesellschaft er- fahren Dienstleistungen leider allgemein zu wenig Wertschätzung. Ähnlich haben die Gesprächspartner des Titelthemas die Situation wahr- genommen. Und so hat Corona Licht und Schatten. Ich wünsche jedem, diese schwere Zeit gut zu überstehen und in nicht allzu ferner Zukunft auf Corona als bösen Albtraum zurückzublicken. Bis dahin, bleiben Sie gesund und optimistisch! Ihr Eugen Jung Aufsichtsratsvorsitzender SVG Hessen eG NUR GEMEINSAM SIND WIR STARK Hessischer Verkehrsspiegel 01/2021       3 EDITORIAL

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